Agroforst in Nordrhein-Westfalen: AbL-Projekt stärkt Betriebe, Vernetzung und Wissenstransfer

Hamm, September 2026 – Nach zweieinhalb Jahren endet das Projekt „Bäuerliche Agroforste – für Biodiversität, Klimaschutz und Strukturvielfalt“ der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft Nordrhein-Westfalen (AbL NRW). Seit Februar 2024 hat das von der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen geförderte Projekt dazu beigetragen, Agroforstsysteme in Nordrhein-Westfalen bekannter zu machen, landwirtschaftliche Betriebe bei der Umsetzung zu unterstützen und ein landesweites Netzwerk rund um das Thema Agroforst aufzubauen.

Agroforstsysteme verbinden Bäume und Sträucher mit landwirtschaftlicher Nutzung auf derselben Fläche. Sie können Biodiversität fördern, Böden und Wasser schützen, zur Klimaanpassung beitragen und Betrieben neue Perspektiven eröffnen. Damit Agroforst in der Praxis ankommt, braucht es neben passenden Rahmenbedingungen vor allem konkrete Erfahrungen, Beratung und Austausch zwischen Betrieben.

Genau hier setzte das Projekt der AbL NRW an. Elf landwirtschaftliche Betriebe wurden im Rahmen von Vor-Ort-Beratungen begleitet – von der ersten Idee über die Planung konkreter Agroforstsysteme bis hin zur Orientierung bei Fördermöglichkeiten. Mit dem Agroforst-Netzwerk NRW entstand zudem eine Plattform für den Austausch zwischen Landwirtschaft, Beratung, Wissenschaft und weiteren Akteurinnen und Akteuren. Drei Jahrestagungen, Online-Netzwerktreffen, Exkursionen und Feldtage boten zahlreiche Möglichkeiten, Agroforstsysteme direkt auf landwirtschaftlichen Betrieben kennenzulernen und Erfahrungen auszutauschen.

„Die Feldtage waren für mich die wertvollsten Veranstaltungen des gesamten Projekts. Wenn Betriebe über ihre Erfahrungen sprechen, entstehen die wichtigsten Impulse. Genau dieser direkte Austausch gibt anderen Landwirtinnen und Landwirten die Sicherheit, eigene Schritte in Richtung Agroforst zu gehen“, sagt Eva Horrion, Projektleiterin der AbL NRW.

Auch auf politischer Ebene brachte die AbL NRW ihre Erfahrungen ein, unter anderem in Landes- und Bundesinitiativen sowie in Gesprächen mit Politik, Verwaltung und Verbänden. Fachbeiträge, Newsletter und Vorträge trugen dazu bei, Agroforst über das Netzwerk hinaus sichtbarer zu machen. Der Projektnewsletter erreichte zum Abschluss rund 190 Abonnentinnen und Abonnenten.

„Agroforst lebt vom gegenseitigen Lernen. Wer bestehende Systeme auf landwirtschaftlichen Betrieben erlebt und sich mit den Menschen austauscht, die sie bewirtschaften, erkennt schnell das Potenzial. Deshalb sind engagierte Praxisbetriebe für die weitere Entwicklung des Agroforsts unverzichtbar“, sagt Anne Rothkranz-Pott, die das Projekt begleitet hat und selbst Agroforst auf ihrem Betrieb umsetzt.

Mit dem Ende der Projektförderung endet die Arbeit zu Agroforst in Nordrhein-Westfalen jedoch nicht. Vieles, was im Projekt angestoßen wurde, kann im neuen EIP-Agri-Projekt „Leitbetriebe Agroforst NRW“ weitergeführt und ausgebaut werden. Beteiligt sind neben der AbL NRW der Rheinische Landwirtschaftsverband, der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband, die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, die Hochschule Rhein-Waal und die Universität Münster. Damit kann auf den entstandenen Netzwerken, Erfahrungen und Kooperationen aufgebaut und die Entwicklung von Agroforst in Nordrhein-Westfalen weiter vorangebracht werden.

Die AbL NRW bedankt sich herzlich bei allen beteiligten landwirtschaftlichen Betrieben, den Mitgliedern des Agroforst-Netzwerks NRW, den zahlreichen Kooperationspartnerinnen und -partnern sowie insbesondere bei der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen, die das Projekt ermöglicht und gefördert hat.

Kontakt:

Eva Horrion
Projektleitung „Bäuerliche Agroforste – für Biodiversität, Klimaschutz und Strukturvielfalt“
horrion[at]abl-ev.de · 0157 5711 3809

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) e. V., Landesverband Nordrhein-Westfalen, vertritt Bäuerinnen und Bauern von mehrheitlich kleinen und mittelgroßen konventionell und ökologisch wirtschaftenden Betrieben. Der gemeinnützige Verein setzt sich für eine bäuerliche, soziale und umweltverträgliche Landwirtschaft ein.

Weitere Informationen unter www.abl-nrw.de.