Die bäuerliche Landwirtschaft in NRW steht vielfach unter Druck. Klimakrise, Artensterben, Energiekrisen, steigende Kosten auf der einen und höhere Tierwohl- und Umweltanforderungen sowie maximaler Preisdruck in einem immer stärker konzentrierten Markt auf der anderen Seite. Extremtemperaturen, lange Dürrezeiten, Starkregenereignisse und Überflutungen nehmen auch in NRW spürbar zu und bedrohen unsere Ernten sowie die Existenz vieler Betriebe und damit unsere Ernährungssicherheit.
Es ist daher fundamental, dass wir die Klimaziele, entsprechend den Erkenntnissen der Klimaforschung, laufend nachschärfen und prioritär die Klimaschutz- und Klimaanpassungsmaßnahmen vorantreiben. Vor diesem Hintergrund muss auch der Flächenverbrauch sofort drastisch reduziert werden, maximal 2 Hektar pro Tag in NRW.
Denn gerade die Landwirtschaft, die reich an Strukturen, Hecken, Bäumen, Rainen und wertvollem Grün- und Weideland ist, und durch Schwammlandwirtschaft Wasserkreisläufe stabilisiert, die zudem mit Wind, Sonne und Biogas klimafreundliche unabhängige Energie erzeugt, ist bedeutend für die Lösung der Klimakrise.
Bäuerinnen und Bauern sind nicht nur Lebensmittelproduzenten, sondern auch Landschaftspfleger, Kulturträger, Klimaschützer, Energieerzeuger, Arbeitgeber, Artenschützer, Wasserschützer, u.v.m. und damit ein wichtiges Fundament lebendiger ländlicher Räume. Ihre Leistungen müssen entsprechend anerkannt, gefördert und honoriert werden. Diese Prinzipien müssen Grundlage der Politik in NRW werden.
Für entsprechende Regelungen auf EU- und Bundesebene muss sich NRW aktiv einsetzen: Öffentliche Gelder müssen konsequent an öffentliche Leistungen geknüpft werden, sodass Umwelt-, Tierwohl- und Klimaleistungen fair honoriert werden. Reine Flächenprämien müssen schrittweise reduziert und abgeschafft werden. Kleinere Betriebe müssen besser unterstützt werden, denn jeder Hof zählt für eine resiliente Ernährungssicherung. Skalierungsvorteile sehr großer Betriebe müssen bspw. über degressive Komponenten berücksichtigt werden.
Eine zukünftige Landesregierung muss sich zudem klar dafür einsetzen, dass gentechnikfreie Lebensmittel auch weiterhin möglich bleiben – mit strengen Risikoprüfungen und verbindlicher Kennzeichnung aller gentechnisch veränderten Pflanzen. Das Land NRW muss sich klar für Gentechnikfreiheit in NRW aussprechen. Bspw. könnte das Logo „NRW is(s)t gut!“ auch Gentechnikfreiheit beinhalten.
Zudem sind faire Marktregeln unerlässlich, damit die Wertschöpfung auch auf den Höfen ankommt und nicht bei wenigen großen Lebensmittelkonzernen wie dem gerade genehmigten Zusammenschluss der Großmolkereien Arla und DMK verbleibt.
Für Rückfragen und Gespräche stehen wir gerne zur Verfügung.
Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft
Landesverband Nordrhein-Westfalen e. V.
E-Mail: nrw[at]abl-ev.de
Telefon: 0157 5711 3809
Website: www.abl-nrw.de
Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) e. V., Landesverband Nordrhein-Westfalen, vertritt Bäuerinnen und Bauern von mehrheitlich kleinen und mittelgroßen konventionell und ökologisch wirtschaftenden Betrieben. Der gemeinnützige Verein setzt sich für eine bäuerliche, soziale und umweltverträgliche Landwirtschaft ein.
Weitere Informationen unter www.abl-nrw.de.
