Walnussbäume zwischen Ackerstreifen
Auf dem Betrieb wurde 2020 ein Agroforstsystem auf rund zwölf Hektar angelegt. Insgesamt 180 Walnussbäume strukturieren den Standort. Zwischen den Baumstreifen liegen aktuell etwa 24 Meter Ackerland, die landwirtschaftlich genutzt werden und sich mit der Entwicklung der Bäume langfristig verändern werden. Je breiter die Baumkronen werden, desto schmaler werden die bewirtschaftbaren Ackerstreifen – ein sogenannter „sukzessioneller“ Agroforst. Die Baumstreifen sind in Nord-Süd-Ausrichtung gepflanzt, um die Beschattung der Ackerfläche zunächst gering zu halten.
Betriebsleiter Klaus Schmitz-Peiffer sagt dazu: „Man muss Freude daran haben, so etwas zu machen und auszuprobieren. Die Walnuss ist für mich ein Zukunftsbaum.“
Die Anlage umfasst 13 verschiedene Walnusssorten, darunter französische und ungarische Herkünfte wie „Milotai 10“, sowie passende Bestäubersorten. Ziel ist eine spätere Erntemenge von etwa 70 bis 80 Kilogramm pro Baum.
Der Standort
Die Fläche in der Gemarkung „Ruppenbusch“ ist durch eine 60 bis 70 Zentimeter starke Lössauflage geprägt, darunter liegen kiesige Bodenhorizonte. Dieses Jahr wachsen dort Kartoffeln und Winterroggen zwischen den Reihen. Die Walnüsse können in dem Fall an Wasser gelangen, das für die Ackerbaukulturen aufgrund der geringen Wasserleitfähigkeit im kiesigen Unterboden nur eingeschränkt verfügbar ist. Durch ihre Verdunstung tragen die Bäume zur Verbesserung des Mikroklimas auf der Fläche bei. So soll die Fläche im Klimawandel, bei trockenen Perioden bewirtschaftbar bleiben.
Pflege als entscheidender Faktor
Im fachlichen Austausch wurde deutlich, dass Agroforstsysteme stark von der laufenden Bewirtschaftung abhängen. Besonders intensiv diskutiert wurden Schnittmaßnahmen, die Entwicklung der Bäume sowie die Pflege der Baumscheiben. Diese Aspekte gelten in der Praxis oft als unterschätzt, sind aber entscheidend für die gute Entwicklung der Bäume.
Offene Nutzungsperspektiven
Die Ackerstreifen werden derzeit von einem benachbarten Biobetrieb bewirtschaftet. Angebaut werden unter anderem Kartoffeln, Zwiebeln, Rote Beete, Möhren und Pastinaken. Perspektivisch sind auch andere Nutzungen denkbar, etwa die Beweidung durch Rinder und Hühner oder weitere Kulturen.
Agroforst ist kein einheitliches System
Im Verlauf der Exkursion wurde deutlich, dass Agroforst sehr unterschiedlich umgesetzt werden kann. Während auf dem Nikolaushof die Walnuss im Mittelpunkt steht, setzen andere Betriebe auf andere Baumarten. Teilnehmende berichten zum Beispiel von ihren Pappelpflanzungen. Der „Agroforst-Hub“ auf Schloss Türnich stellte sich im Anschluss an die Feldführung vor und wird in den kommenden Jahren Modellflächen für verschiedene Agroforstsysteme im Rheinischen Revier aufbauen.
Die Exkursion ist Teil des Projekts „Bäuerliche Agroforste“ der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft Nordrhein-Westfalen. Ziel ist es, das Thema über Exkursionen und Feldtage stärker in die landwirtschaftliche Praxis in Nordrhein-Westfalen zu tragen. Die nächste Gelegenheit bietet der Feldtag am 10. Juni auf dem Gut Marienhof bei Heinsberg. Dort stehen Wasserrückhalt auf Hangflächen sowie Zukunftsbaumarten im Fokus.
Bildmaterial: https://nextcloud.bauernstimme.de/index.php/s/CAZESyLrGQgpEi2
Für Rückfragen und Gespräche stehen wir gerne zur Verfügung.
Projekt „Bäuerliche Agroforste“ / Eva Horrion
Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft
Landesverband Nordrhein-Westfalen e. V.
E-Mail: horrion[at]abl-ev.de
Telefon: 0157 5711 3809
Website: www.abl-nrw.de
Über die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft Nordrhein-Westfalen
Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) e.V., Landesverband Nordrhein-Westfalen, vertritt Bäuerinnen und Bauern von mehrheitlich kleinen und mittelgroßen konventionell und ökologisch wirtschaftenden Betrieben. Der gemeinnützige Verein setzt sich für eine bäuerliche, soziale und umweltverträgliche Landwirtschaft ein. Weitere Informationen unter www.abl-nrw.de.
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