Praxisbeispiel Lammertzhof
Der Lammertzhof selbst zeigt eindrücklich, wie Agroforst in der Praxis aussehen kann: Im April 2024 pflanzte Familie Hannen rund 5.000 Pappeln, verteilt auf 13 Reihen und vier Schläge – insgesamt etwa 15 Hektar. Nach zwei Vegetationsperioden haben die Bäume bereits eine Höhe von vier bis fünf Metern erreicht. Die Pappel sollen Dürren abmildern, das Mikroklima verbessern und zugleich bleibt dazwischen Acker für die gewohnte Fruchtfolge. In den kommenden acht Jahren wachsen die Pappeln heran, bevor sie als Rohstoff, etwa für OSB-Platten, genutzt werden können. „Bisher finde ich es sehr gut“, sagt Betriebsleiter Heiner Hannen. „Richtig beurteilen können wir das aber erst in zehn Jahren.“
Fachlichen Input lieferten Agroforstberater Tobias Hoppe, Thomas Middelanis, als Experte für Biodiversität und Agroforst und Pappelexperte Michael Weitz. Sie stellten unterschiedliche Ansätze der Agroforstwirtschaft vor und diskutierten mit den Teilnehmenden über Baumartenwahl, Pflanzmuster, Biodiversität und wirtschaftliche Perspektiven.
Landwirtschaft trifft Kultur
Besonders bemerkenswert ist die Verbindung von Landwirtschaft und Kultur: Finanziert wurde die Pflanzung durch die Düsseldorfer Symphoniker im Rahmen des Projekts Orchester des Wandels. Über die VivoCarbon werden so Emissionen aus dem Konzertbetrieb der Tonhalle Düsseldorf kompensiert – rund 43 Tonnen CO₂ pro Jahr. Langfristig ist geplant, die Fläche auch als „Konzertwald“ für Open-Air-Formate zu nutzen.
Deutlich wurde: Agroforstsysteme wie am Lammertzhof verbinden Klima- und Ressourcenschutz mit praktischer Landwirtschaft – und können durch innovative Partnerschaften neue Impulse für die Region setzen.
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Über die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft Nordrhein-Westfalen
Der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) e. V., Landesverband Nordrhein-Westfalen, vertritt Bäuerinnen und Bauern von mehrheitlich kleinen und mittelgroßen konventionell und ökologisch wirtschaftenden Betrieben. Der gemeinnützige Verein setzt sich für eine bäuerliche, soziale und umweltverträgliche Landwirtschaft ein. Weitere Informationen unter www.abl-nrw.de.
Pressekontakt:
Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft
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Projekt „Bäuerliche Agroforste“ / Eva Horrion
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