Agroforstprodukte im Fokus: Feldtag zur regionalen Vermarktung und Vernetzung

Wie lassen sich Agroforstprodukte erfolgreich in der Region vermarkten? Mit dieser zentralen Frage beschäftigten sich am 22. September 2025 rund 25 Akteur*innen aus Landwirtschaft, Wissenschaft, Naturschutz und regionalen Initiativen bei der Solidarischen Landwirtschaft (Solawi) Ackervielfalt in Lage-Hagen. Eingeladen hatten der Landesverband der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft NRW (AbL NRW), die Regionalbewegung NRW, der Deutsche Fachverband für Agroforstwirtschaft (DeFAF) sowie die Solawi Ackervielfalt.

Warum Agroforst? Innovation für nachhaltige Landwirtschaft

Zunehmende Trockenheit und Hitzewellen zeigen, dass auch in Ostwestfalen-Lippe klimaangepasste Lösungen für die Landwirtschaft immer wichtiger werden. Agroforst – die Kombination von Gehölzstreifen mit Ackerbau, Grünland oder Tierhaltung – bietet hier einen vielversprechenden Ansatz. Die ökologischen Vorteile sind mittlerweile gut belegt. Für landwirtschaftliche Betriebe ist jedoch die Wirtschaftlichkeit zentral. „Ohne passende Vermarktung bleibt die Produktion wirtschaftlich unvollständig“, betonen die Organisatorinnen.

Regionale Vermarktung als Schlüssel

Trotz allgemein breiter Übereinstimmung über die Bedeutung von Regionalität kämpfen regionale Strukturen vor Herausforderungen: niedrige Weltmarktpreise und fehlende Infrastruktur erschweren die Wettbewerbsfähigkeit.

Beim Feldtag wurde daher ein Blick auf die vorhandenen Strukturen in Ostwestfalen-Lippe geworfen: Welche Verarbeitungsbetriebe gibt es? Welche Vermarkungsinitiativen sind aktiv? Welche Produkte könnten in der Region besonders gut Potenzial entfalten? Und wo lassen sich Kooperationen entlang der Wertschöpfungskette aufbauen?

Einige Betriebe gehen trotz unternehmerischer Risiken bereits den innovativen Weg der Agroforstwirtschaft. Jan Große-Kleimann aus dem Kreis Steinfurt berichtete von seinem 10 Hektar großen Ackerschlag, auf dem er 2022 rund 450 Bäume gepflanzt hat. Die ersten Äpfel hängen nun bereits, und er wird eigene Vermarktungsstrategien entwickeln müssen, um die Produkte erfolgreich auf den Markt zu bringen.

Auch die Solawi Ackervielfalt zeigt, wie Vermarktung von Anfang an mitgedacht werden kann: Hier werden die Baumprodukte direkt über die Ernteanteile der Solidarischen Landwirtschaft vermarktet.

Kooperationen entlang der Wertschöpfungskette

Doch nicht nur die einzelnen Betriebe, auch gemeinsame Initiativen können die regionale Vermarktung stärken: Kooperationen entlang der Wertschöpfungskette sind entscheidend. In anderen Bundesländern existieren bereits gemeinsame Initiativen für Verarbeitung und Vermarktung, zum Beispiel bei Nüssen. Solche Modelle könnten auch in Ostwestfalen-Lippe Potenzial entstehen – vorausgesetzt, engagierte Betriebe wagen die ersten Schritte.

Der Feldtag zeigte: Agroforst bietet Chancen für eine klimaangepasste Landwirtschaft – doch nur mit tragfähigen Vermarktungswegen können sie genutzt werden. In Lage-Hagen bot der Austausch eine Plattform, um Vernetzung zu fördern und Ansätze für regionale Wertschöpfungsketten zu entwickeln.

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Über die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft Nordrhein-Westfalen

Der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) e. V., Landesverband Nordrhein-Westfalen, vertritt Bäuerinnen und Bauern von mehrheitlich kleinen und mittelgroßen konventionell und ökologisch wirtschaftenden Betrieben. Der gemeinnützige Verein setzt sich für eine bäuerliche, soziale und umweltverträgliche Landwirtschaft ein. Weitere Informationen unter www.abl-nrw.de.

Über die Regionalbewegung NRW e.V.

Der Landesverband Regionalbewegung NRW e.V. wurde 2016 gegründet und versteht sich seitdem als Dachverband für die vielfältigen Akteure regionalen Wirtschaftens, die zu einer nachhaltigen Regionalentwicklung, einem nachhaltigen Konsum, der Förderung regionaler Wertschöpfungsketten, der Stärkung ländlicher Räume sowie einer Verbesserung der Stadt-Land-Beziehungen beitragen. Die Regionalbewegung sieht in einer auf regionalen Wirtschaftskreisläufen basierenden Wirtschaftspolitik einen wichtigen Beitrag zur Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen, zur Wahrung der regionalen Identität und zur Verbesserung der Lebensqualität von Mensch und Natur.

Über den Deutschen Fachverband für Agroforstwirtschaft e.V.

Der Deutsche Fachverband für Agroforstwirtschaft (DeFAF) e.V. setzt sich dafür ein, die Agroforstwirtschaft in Deutschland zukünftig stärker zu fördern und sie als nachhaltige und multifunktionale Form des Landbaus in der Landwirtschaft umzusetzen. Agroforstwirtschaft kombiniert den Anbau und die Nutzung von Bäumen und Sträuchern mit landwirtschaftlicher Nutzung und bietet zahlreiche ökologische und wirtschaftliche Vorteile. Weitere Informationen unter www.agroforst-info.de.

Pressekontakt:

Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft
Landesverband Nordrhein-Westfalen e. V.

Projekt „Bäuerliche Agroforste“ / Eva Horrion

E-Mail: horrion@abl-ev.de
Telefon: 0157 5711 3809
Website: www.abl-nrw.de