Walnussanbau auf dem Hof Sandhäger
Den Auftakt bildete der Besuch des Hofs Sandhäger in Rheda-Wiedenbrück. Der Betrieb hält Sauen mit Fokus auf Tierwohl und setzt verstärkt auf Direktvermarktung – unter anderem über einen kleinen Hofladen. Im Winter 2022 wurden rund 70 Walnussbäume in dem leichten Sandboden gepflanzt. Die Bäume stehen noch ganz am Anfang – „7½ Jahre noch“, sagte Christoph Sandhäger mit Blick auf den ersten Ertrag, der nach etwa 10 Jahren erwartet wird. Bis dahin werden die Nüsse entfernt, damit die Bäume sich gut entwickeln.
Die Entscheidung für Walnüsse fiel bewusst: Die Selbstversorgung in Deutschland sei hier besonders gering – eine Marktlücke, die Sandhäger erkannt hat. Die Investitionskosten seien überschaubar. Bei der Pflanzung wurden unterirdisch Bewässerungsschläuche und Weidelitzen mitverlegt – um später flexibel reagieren zu können. Der monatliche Pflegeaufwand der Bäume liegt aktuell bei etwa 8 bis 10 Stunden. Eine Herausforderung zeigte sich erst im Nachhinein: Die Ackerstreifen müssen noch einmal angepasst werden, da sie nicht optimal auf die Maschinenbreiten abgestimmt sind.
Christoph Sandhäger sprach mit spürbarer Leidenschaft über Bodenproben, Knöllchenbakterien und pflanzenbauliche Details. Für ihn geht Landwirtschaft über das Tagesgeschäft hinaus: „Wir denken in der Landwirtschaft in Generationen.“ Geplant ist auch die Entwicklung einer Walnusssalami in Kooperation mit seinem Metzger. Abgerundet wurde der Hofbesuch durch eine Kostprobe hofeigener Schweinefleischprodukte.
Schatten unter Pappeln – Agroforst auf dem Meierhof Rassfeld
Anschließend ging es weiter zum Meierhof Rassfeld in Gütersloh. Der traditionsreiche Betrieb besteht seit über 1000 Jahren und ist bekannt für seine besonders artgerechte Putenhaltung. Um den Tieren im Sommer mehr Schatten zu bieten, wurden 2018 und 2019 Pappeln auf den Auslaufflächen gepflanzt. Die Bäume bieten Schutz vor Sonne, Wind und Regen – und liefern zugleich Hackschnitzel für die hofeigene Heizung, die jährlich rund 800 Kubikmeter benötigt.
Auch einige Hähnchen leben unter den Bäumen, die zusätzlich Schutz vor Raubvögeln bieten. Das Geflügel wiederum trägt zur Nährstoffversorgung der Gehölze bei. Auf dem Hof werden alle Altersgruppen von Puten gehalten; geschlachtet wird direkt vor Ort. Die Tiere wachsen langsam mit energieärmerem, hofeigenem Futter – das sorgt für ein besonders qualitatives Fleisch. Den Abschluss bildete ein gemeinsames Abendessen mit Verkostung des hofeigenen Putenfleischs.
Die Exkursion bot praxisnahe Einblicke in zwei unterschiedliche Agroforstsysteme – Walnussbäume auf dem Acker und Pappeln in der Geflügelhaltung. Beide Betriebe zeigen, wie Gehölze mit vielfältigen Potenzialen in bäuerliche Strukturen integriert werden können.
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Über die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft Nordrhein-Westfalen
Der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) e. V., Landesverband Nordrhein-Westfalen, vertritt Bäuerinnen und Bauern von mehrheitlich kleinen und mittelgroßen konventionell und ökologisch wirtschaftenden Betrieben. Der gemeinnützige Verein setzt sich für eine bäuerliche, soziale und umweltverträgliche Landwirtschaft ein. Weitere Informationen unter www.abl-nrw.de.
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Projekt „Bäuerliche Agroforste“ / Eva Horrion
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