Die Schmerzgrenze ist erreicht - Klimaschutz liegt im ureigenen Interesse der Bäuerinnen und Bauern!

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) e.V. ruft alle Bäuerinnen und Bauern auf, sich am kommenden Freitag den 25.09.2020 am weltweiten Klimastreiktag zu beteiligen. In Deutschland sind aktuell 444 Demonstrationen angemeldet.

Georg Janßen, Bundesgeschäftsführer der AbL, führt aus:

„Die Schmerzgrenze ist erreicht. Die von Menschen verursachte Klimakrise vertreibt heute schon Menschen weltweit aus ihrer Heimat. Sie vernichtet die Ernten und damit die Lebensgrundlage vieler Bäuerinnen und Bauern. Schon jetzt haben laut Information der Welternährungsorganisation FAO 700 Millionen Menschen weltweit nicht genug zu essen. UN-Generalsekretär Guterres sieht durch Corona-Pandemie und Klimawandel die Ernährungssicherheit gefährdet.

In einigen Regionen Deutschlands haben wir zum dritten Mal in Folge mit lang anhaltender Trockenheit zu tun, die Futtergrundlage für die Tiere reicht nicht, die Ernten fallen geringer aus. Wir sehen überall abgestorbene Waldbestände, die Arbeit ganzer Generationen und eines unserer wichtigsten Ökosysteme scheinen zu vertrocknen. Seit Jahren warnen uns sehr viele anerkannte Menschen aus der Wissenschaft vor den Folgen eines ungebremsten Klimawandels. Die Regierungen, auch die Bundesregierung in Berlin, machen aber Politik im Zweifelsfall für die Aufrechterhaltung der Konsumverschwendung und Sicherung der Konzern-Profitinteressen statt unsere Lebensgrundlagen aktiv und nachhaltig zu sichern. Das Klimaschutzgesetz und das wichtige angekündigte Ziel der Klimaneutralität sind richtige Korrekturen. Sie bleiben halbherzig, solange nicht konkrete Schritte zur Erreichung derselben viel entschlossener und schneller angepackt werden.

Im Amazonas wird weiter der für das Weltklima so wichtige Regenwald angesteckt, damit noch mehr Soja und Rindfleisch für den Weltmarkt produziert werden kann und unsere Erzeugerpreise weiter fallen. Das alles mit der Rückendeckung einer brasilianischen Regierung, die für die Profite der großindustriellen Sojabarone über Natur und Leichen geht. Mit dieser Regierung will die EU immer noch ein Freihandelsabkommen vereinbaren. Wir fordern die Bundesregierung in ihrer EU-Ratspräsidentschaft auf, klar und deutlich das EU-Mercosur-Freihandelsabkommen abzulehnen, um ein deutliches Signal für einen fairen Welthandel und für den Klimaschutz zu setzen.

Die Landwirtschaft steht vor großen Herausforderungen. Die Bundesregierung unternimmt bislang kaum Schritte, mit der alten EU-Agrarpolitik - wer hat, dem wird noch mehr gegeben - zu brechen. Ein weiter so löst aber die ökonomischen, ökologischen und sozialen Probleme nicht. Der Vorschlag, u.a. von der AbL, die Gemeinwohlleistungen der Landwirtschaft auf den Äckern und in den Ställen zu honorieren, liegt auf dem Tisch. Damit erhält eine vielfältige Landwirtschaft mit klimaschonenden Ackerbau und Tierhaltung eine Perspektive und kann die Betriebe wirtschaftlich und ökologisch stabilisieren.

Klimaschutz liegt in unserem ureigenen Interesse. Deshalb sind wir Bäuerinnen und Bauern gut beraten, Fridays for Future zu unterstützen, Seite an Seite mit der jungen Generation für Klimaschutz auf die Straßen zu gehen und den Druck zum konsequenten Handeln weiter zu erhöhen.“

Weitere Informationen zu den geplanten Demos unter:
www.klima-streik.org