Weltbodentag: NRW-Landesregierung fördert Beton statt Bodenleben

Stoppen Sie den drohenden Flächenfraß, Ministerpräsident Laschet!

Hamm, 5.12.2018 

Der von der Internationalen Bodenkundlichen Union (IUSS) ins Leben gerufene Weltbodentag ist für die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft NRW (AbL NRW) heute Anlass, die NRW- Landesregierung dazu aufzurufen, mehr für den Schutz des Bodens zu tun.

„Im  vorgelegten  Entwurf  des  Landesentwicklungsplanes  NRW  (LEP)  hat  Wirtschaftsminister Pinkwart  die  Streichung  des  Leitbildes  "flächensparende  Siedlungsentwicklung"  zugunsten  freien Wirtschaftswachstums  geopfert“,  kritisiert  der  AbL-Landesvorsitzende  Bernd  Schmitz,  Bauer  im Rhein-Sieg  Kreis,  den  eingeschlagenen  Weg  der  Landesregierung.  „Wer  das  Ziel  aufgibt,  die tägliche Versiegelung von fruchtbarem Ackerboden mit seinem millionenfachen Bodenleben auf 5 Hektar  täglich  in  NRW  zu  reduzieren,  der  opfert  die  Zukunft  von  Bauernfamilien  durch  den massiven Entzug ihrer Wirtschaftsgrundlage. Wir wollen weiterhin regionale Lebensmittel für die Menschen in NRW auf unseren Böden produzieren“, so Schmitz weiter.

Seit  dem  Jahr  1996  wurden  insgesamt  1.187  km²  fruchtbare  Acker-  und  Grünlandflächen  auf  wertvollen Böden für andere Flächennutzungen in Anspruch genommen. Bezogen auf den Zeitraum  der letzten 19 Jahre entspricht dies einer täglichen Abnahme von 17,1 ha Landwirtschaftsfläche pro Tag  (ca.  18  Fußballfelder),  ist  beim  Landesamt  für  Natur,  Umwelt  und  Verbraucherschutz (LANUV)  zu  lesen.  Etwa  40%  des  gesamten  Siedlungs-  und  Verkehrsflächenzuwachses  findet demnach  auf  hochwertigen  Böden  statt  (Ackerbauliches  Ertragspotenzial  größer  als  60),  heißt  es vom BBSR Bonn zu Flächenverbrauch, Flächenpotenziale und Trends. 

Rudolph Schwamborn, Milchbauer im AbL-Landesvorstand, ergänzt: "Es ist unverantwortlich von der Regierung Laschet, die "Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie – Neuauflage 2016" einfach aus dem LEP zu  streichen.  Sie  hat  nämlich  das  Ziel,  die  tägliche  Inanspruchnahme  neuer  Siedlungs-  und Verkehrsflächen bis zum Jahr 2030 auf unter 30 Hektar pro Tag bundesweit zu reduzieren“. Auf der Seite  des  NRW-Umwelt-  und  Landwirtschaftsministeriums  heiße  es  deutlich:  “Im  Rahmen  von Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel spielt der unverbaute Freiraum auch eine wichtige  Rolle“.  Schwamborn  weiter:  „Das  extrem  trockene  Jahr  2018  hat  uns  allen  deutlich  vor  Augen geführt,  wie  wichtig  der  Erhalt  landwirtschaftlicher  Flächen  auch  vor  dem  Hintergrund  des Klimawandels ist. Die Regierung zieht daraus nicht die notwendigen Konsequenzen“.

„Die Bäuerinnen und Bauern in ganz NRW sind durch die Freigabe der Bodenversiegelung massiv unter Druck gesetzt und noch stärker in ihrer Existenz bedroht. Humusaufbau in den Böden NRWs stärker durch die Landesregierung zu fördern, wäre aktiver Klimaschutz vor Ort. Stoppen  Sie  den  drohenden  Flächenfraß,  Ministerpräsident  Laschet!“,  fordert  der  AbL- Landesvorsitzende Bernd Schmitz.

05.12.2018

Foto: Alnatura