Landesregierung schafft Fakten: Klima egal

Hamm den 13.9.2018

Die Landesregierung NRW lässt mit massivem Polizeiaufgebot den Hambacher Forst räumen, um diesen für die Rodung durch RWE vorzubereiten. Dazu erklärt Bernd Schmitz, Landesvorsitzender der AbL NRW: "Es ist nicht zu begreifen, was die Landesregierung heute im Hambacher Forst begonnen hat. Mit dem fadenscheinigen Argument des Brandschutzes lässt die Landesregierung Fakten schaffen - und setzt weiter auf den Klimadinosaurier Braunkohle. Und das in einem Jahr der Dürre, wo wir über Hilfen für Land- und Forstwirte reden müssen. Klimapolitische Unvernunft ist dafür noch ein harmloser Ausdruck - und wir Bauern müssen es in Zukunft büßen." Gemeinsam haben alle Verbände aus der Landwirtschaft in 2015 den Klimaplan NRW mit gestaltet, vor dem der heutige Ministerpräsident Laschet damals als Industriebremse warnte.

Gregor Kaiser, Mitglied im Landesvorstand, ergänzt: "Erst gestern hat RWE den Umweltverbänden Zugeständnisse angeboten und damit gezeigt, dass die Rodung zum jetzigen Zeitpunkt nicht ganz so zwingend ist, wie immer behauptet. Und es ist ja schizophren: in Brandenburg werden Kiefernplantagen durch die Feuerwehr vor dem Abbrennen bewahrt und hier hilft die Polizei, dass Jahrtausende alter Wald abgeholzt werden kann. Was passiert danach mit den gefällten Bäumen? Die kommen auf einen durch Sturm und Borkenkäferplage völlig übersättigten Holzmarkt - und zu leiden haben darunter die Waldbauern und Waldbesitzenden, die kaum noch Erlöse für ihr Holz generieren können."Die AbL NRW fordert von der Landesregierung einen sofortigen Stopp der Räumungen im Hambacher Forst, ein Abwarten auf die Ergebnisse der Kohlekommission und eine Klimapolitik, die ihren Namen verdient.

13.09.2018

Treibhausgasemissionen in NRW nach Sektoren (Quellen: WI 2005 und LANUV NRW 2018)